Projekttage „gesunden Leben in digital-analoger Balance“ – die Ergebnisse

Projekttage vom 20. bis 22.06.2022 – die Vorbereitung

In der intensiven Zeit kurz vor den Sommerferien wurde dem Kollegium der RSH über verschiedene Kanäle umfangreiches Material zur Vorbereitung und Inspiration bereitgestellt:

Von diesem Input inspiriert, wurden folgende Themen in den Projekttagen durchgeführt (ausführlich auf einer eigenen Projektwebseite dokumentiert)

  1. „Infomappe über die RSH“ (anstatt Videos im Thema „Onboarding“).
  2. „Leg doch mal das Handy weg“ (als analoge Variante zu „Aufräumen und Zeitfresser“).
  3. „Sport und digitale Medien“ (als analoge Variante von „Fitfluencer“).
  4. „Rezepte und selber kochen“ (als analoge Variante von „Foodporn“).
  5. „Pizza, Blinis, Lahmacun….“ (als analoge Variante von „Foodporn“).
  6. „Knigge deckt auf“.
  7. „Aufräumen und Zeitfresser“.

Projekt- und Fokusgruppe „gesundes Leben in digital-analoger Balance“

3 Projekte in 3 Tagen realisiert.

Ein Kernteam von 8 SchülerInnen (der Jahrgangstufen 7 bis 9) wurde in den drei Tagen immer wieder durch wechselnde Teilnehmende ergänzt und konnte drei Projekte verwirklichen:

Digitalität in der Praxis

Lernen und Lernen in einer digital-analog vernetzten Welt (iSv Digitalität) ist geprägt durch folgende Bereiche:

  • Die Beziehung zwischen Lehrenden & Lernenden.
  • Die Art der Kommunikation & des Austausches, hin zu viel stärkerer Interaktion.
  • Die Fülle an Kompetenzen (4IT Kompetenzen).
  • Dem Verhältnis von Menschen zu Medien & Technik.
  • Lehr- & Lern-Räumen, in denen formelle wie informelle, aber auch synchrone wie asynchrone Interaktion Platz findet (SAFI Prinzip).

In der Projekt- und Fokusgruppe konnten diese Bereiche voll entfaltet werden. Dies führte zu Aktivierung und konstruktiver Beteiligung auch von den SchülerInnen, die im sonstigen Unterricht zurückhaltend oder abweichend auftreten.

Schon mit der Nutzung des informellen „Du“ als Anrede zwischen Lehrenden und Lernenden (Bereiche 1, 2& 5) wurde eine Atmosphäre auf Augenhöhe geschaffen. Verstärkt wurde dies durch die bewusste Reduktion inhaltlicher Inputs und der motivierenden Einladung offene Fragen und Themen durch Internet-Recherche eigenständig und kooperativ mit der Peer-Gruppe zu klären (BYOD um zu zeigen, wie Smartphones konstruktiv genutzt werden können, Bereiche 1, 2 & 5)).

Die räumliche Gestaltung war geprägt von einzelnen Sitzgruppen und dezentralen, selbst gewählten Arbeitsorten und unterstützte damit den informell-partizipativen Ansatz der Lehrenden-Moderation (Bereich 1 & 5).

Entsprechend war die Interaktion sehr ausgeprägt und der Fokus konnte weg von der Technik hin zu Inhaltserarbeitung und Informationsbeschaffung (4IT Kompetenzen) gelegt werden (Bereiche 3 & 4).

Für die Erstellung der QR Codes und der Rallye wurde lediglich ein WLAN Hotspot sowie die eigenen Smartphones benötigt. Die hauptsächliche inhaltliche Arbeit erfolgte mit diversen Varianten von „Zettel & Stift“ (Flipchart Papier, Notizbücher, Tafelbilder). Lediglich für die finale Ausarbeitung der Handysucht – Infopräsentation wurde ein PC und die Software „Powerpoint“ benötigt (Bereiche 3 & 4).

Fokusgruppen – das Digitale ist nicht der Sündenbock & Zeit für mich

Ausgehend von fünf Eingangsfragen an Tag 1 wurde die digital-analoge Stresswaage an der Tafel ausgefüllt /BILD). Ausführlich zur Einstiegsmethode siehe hier. Um damit das Thema der Woche „die Suche nach gesundem Leben in digital-analoger Balance“ einzuleiten.

Die Teilnehmenden wählten aus einem Pool von 11 unterschiedlichen Projektthemen eigenständig die Themen „Chaosspiel QR“ und „Herkenrath-Rallye“. Das Thema „Infopräsentation zu Handysucht“ war die Idee eines Schülers der Jahrgangsstufe 7.

Nach der intensiven und von sehr vielen Momenten der Selbstwirksamkeitserfahrung geprägten Projektphase wurde abschließend im Kernteam die Frage „Was ist gesundes Leben in digital-analoger Balance?“ in zwei Arbeitsschritten beantwortet.

In Schritt 1 wurde die Gruppe in zwei Kleingruppen aufgeteilt. Jeder Kleingruppe fasste auf einem DIN A 2 Plakat Tipps & Wünsche für ein „gesundes Leben in digital-analoger Balance“ stichwortartig zusammen.

In Schritt 2 präsentierten und diskutierten die Kleingruppen gemeinsam ihre Ergebnisse. Aus dieser Diskussion ergab sich dann ein gemeinsames Ergebnis für erste Ideen, Tipps und Wünsche für eine gesundes Balance aus digital und analog.

Das zu Beginn der Projekttage noch sehr uneindeutige Verständnis für „gesundes Leben in digital-analoge Balance“ konnte durch das „Machen“ in den Einzelprojekten und die Reflexion über das Erreichte erheblich geschärft werden. Durch die erfolgreiche ausschließlich eigenständige Erarbeitung der Projekte war die Selbstwirksamkeitserfahrung sehr hoch. Ergebnisse im folgenden ausführlicher.

Mein DiAnBa? Dein DiAnBa! – Zentrale Ergebnisse

Das Digitale soll aber nicht als „Sündenbock“ durch die Erwachsenen missbraucht werden.

Schülerin 9. Klasse

Das Digitale wird als wesentlicher, selbstverständlicher Bestandteil des Lebens wahrgenommen.

Nutzung wird selbstkritisch wahrgenommen.

Ich brauch auch mal Zeit für mich

Schüler 7. Klasse

Jungen Menschen ist sehr wohl bewusst, dass sie Zeit für sich selbst benötigen, fern von digitalen wie analogen Druck-Situationen.

Digital-analoge Balance heißt das Digitale auch als etwas Gutes zu sehen und junge Menschen mit ihren digitalen Bedürfnissen wahr zu nehmen.

Mein DiAnBa? Dein DiAnBa! –Einzelergebnisse

Zur Methodik ausführlich hier

Die 5 Eingangsfragen

Startpunkt der Projekttage waren die Eingangsfragen. In Tabelle 1 werden Fragen und zentrale Antworten zusammengefasst:

Tabelle 1 Einstiegsfragen und Antworten zum Verhältnis digital zu analog

Stresswaage

Nach den Einstiegsfragen vervollständigten die SchülerInnen eigenständig das Tafelbild der digital-analogen Stresswaage (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Tafelbild zu digital-analoger Stresswaage

Die zentralen Ergebnisse sind in Tabelle 2 zusammengefasst. Der Bereich „toxische“ Stimmung & Menschen wurde sowohl dem Bereich „digital“ als auch „analog“ zugeordnet.

Tabelle 2 zentrale Ergebnisse digital-analoge Stresswaage

DiAnBa?!

Die Fokus- und Projektgruppe konnte sich auf zentrale Bausteine für ein „gesundes Leben in digital-analoger Balance“ verständigen und formulierte Wünsche und Tipps für eine Balance aus digital und analog (siehe Abbildung 2 und Tabelle 3).

Abbildung 2 gesundes Leben in digital analoger Balance

Gesundes Leben in digital analoger Balance: „das Digitale ist auch positiv“

Tabelle 3 Unser DiAnBa

Nächste Schritte: Fokusgruppe mit Lehrerinnen der RSH und an anderen Schulen ab August

In einem nächsten Schritt ist für August 2022 eine Fokusgruppe zu dem Thema mit LehrerInnen der RSH angedacht. Hierbei soll die Perspektive der LehrerInnen zu dem Thema „gesundes Leben in digital-analoger Balance“ eingeholt und mit den Ergebnissen der SchülerInnen abgeglichen werden. Die Planung und Finalisierung ist allerdings noch nicht abgeschlossen.

Neben dem Projekt an der RSH sind Fokusgruppen an anderen Gladbacher Schulen in Planung.